Themen: Bildung, Leben
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Kinder profitieren bei Hausaufgaben von möglichst viel Eigenständigkeit, sagt der Psychologe und Learncoach Fabian Grolimund. Für Erst- und Zweitklässler nennen viele Kantone täglich zehn bis zwanzig Minuten als obere Grenze. Ein siebenjähriges Kind könne sich etwa 14 Minuten konzentrieren; bei Schwierigkeiten seien schon nach sieben Minuten kurze Pausen sinnvoll. Eltern könnten mit einem Wecker und einem klaren Startsignal helfen. Dauern Aufgaben deutlich länger, solle mit der Lehrperson eine feste Abbruchzeit vereinbart werden. Dauernde Kontrolle mache Kinder laut Grolimund hilfloser und unselbstständiger. Eltern sollten Aufträge zunächst gemeinsam klären und das Kind danach selbst arbeiten lassen; Fehler müssten nicht vor der Schule korrigiert werden. Druck nach dem Muster «erst Hausaufgaben, dann spielen» fördere Konflikte und schwäche die Motivation. Bei Frust sei eine Pause besser als Streit. Vergesslichkeit lasse sich mit konkreten Wenn-dann-Routinen angehen, etwa dem sofortigen Eintragen von Aufgaben ins Heft.