Themen: Leben, Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Ein Zürcher Wohneigentümer widerspricht Anlage-Ratgebern, die Mieten gegenüber Kaufen bevorzugen. Seine erste Wohnung im Berner Breitenrain kostete 1986 monatlich 940 Franken ohne Nebenkosten; die Hypothekarzinsen seiner späteren, doppelt so grossen Zürcher Eigentumswohnung seien bei einem Saron-Satz inklusive Bankmarge von rund einem Prozent tiefer ausgefallen. Rechnungen zugunsten der Miete kritisiert er insbesondere wegen angesetzter Opportunitätskosten für das Eigenkapital und hoher Renditeannahmen. Für eine Wohnung im Kreis 6 zahlte er 2003 6000 Franken pro Quadratmeter und verkaufte sie vier Jahre später für 10'000 Franken pro Quadratmeter. Der Gewinn ermöglichte ihm den Kauf einer teureren Wohnung im Kreis 8; die Grundstückgewinnsteuer von 110'000 Franken wurde wegen Ersatzbeschaffung aufgeschoben. Wohneigentum sei nie billig gewesen und setze Eigenkapital sowie Kompromisse bei Lage und Ausstattung voraus. Viele Schweizer wollten ihren Wohntraum sofort erfüllen und verzichteten deshalb auf einen Einstieg in den Immobilienmarkt.