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«Ich habe den Eindruck, dass die Jugend sich oft nicht gehört fühlt»

Hauptstadt
«Ich habe den Eindruck, dass die Jugend sich oft nicht gehört fühlt»

Themen: Kultur, Gesellschaft

Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg

Regisseurin Joanna Praml erarbeitet seit Mai mit Berner Jugendlichen eine partizipative Inszenierung von «Kohlhaas», die am 10. Oktober in den Vidmarhallen Premiere hat. Ausgangspunkt ist Heinrich von Kleists Novelle: Michael Kohlhaas reagiert auf erlittenes Unrecht zunehmend gewaltsam und scheitert zuvor am Rechtsweg. Die Arbeit untersucht, wie Menschen mit Ungerechtigkeit, Ohnmacht, Wut und Eskalation umgehen. Einige Jugendliche lasen die Vorlage, erforderlich war dies jedoch nicht. Fachleute wie eine Juristin, ein Polizist und ein Psychologe gaben Impulse; letzterer erläuterte Eskalationsstufen und die Bedeutung früher Gespräche. Praml und ihre Mitautorin Dorle Trachternach schreiben während der gesamten Probenzeit weiter und besprechen Textfassungen mit den Jugendlichen. Diese reflektierten laut Praml ihre privilegierte Situation, zeigten aber auch Verständnis für Kohlhaas’ Widerstand. Sie fühlten sich oft von Erwachsenen und politischen Entscheidungsträgern nicht gehört. Praml nennt als ersten Schritt, ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen.

hauptstadt.be

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