Themen: CH-Politik, Leben, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Tessin
Der Tessiner Grosse Rat hat einen Kredit von 9,4 Millionen Franken für den Erwerb der restlichen Aktien von Alloggi Ticino abgelehnt. Mit acht Stimmen Unterschied verpasste der Kanton damit die Möglichkeit, Alleineigentümer der Gesellschaft zu werden. Diese besitzt 1418 Wohnungen und weist mehr als 200 Millionen Franken Fremdkapital aus. Die Regierung hatte den Kauf als Instrument für einen grösseren Handlungsspielraum in der Wohnpolitik unterstützt. Die Mehrheit aus SVP, Lega und FDP sah dagegen das Subsidiaritätsprinzip verletzt. Mehrheitsreferent Alain Bühler plädierte für einen Kanton, der Rahmenbedingungen setzt, statt automatisch zivilgesellschaftliche Akteure, Gemeinden, Genossenschaften oder Private zu ersetzen. Der Minderheitsreferent Paolo Caroni argumentierte, der Erwerb der noch fehlenden 62 Prozent der Aktien stärke ein wohnpolitisches Instrument. Die vorliegenden Bewertungen bezifferten den Vermögenswert der Aktien auf nahezu das Zehnfache des verlangten Preises.