Themen: Innen-Politik, Migration/Asyl
Regionen: International, Nordamerika
Nicola Sacco und Bartolomeo Vanzetti wurden nach einem Raubüberfall auf einen Lohntransport in South Braintree, Massachusetts, am 15. April 1920 verhaftet. Die italienischen Einwanderer waren Anhänger des Anarchisten Luigi Galleani; eine eigene Beteiligung an gewaltsamen Aktionen war jedoch nicht belegt. Trotz Alibis, zahlreicher entlastender Zeugen, widersprüchlicher Aussagen und umstrittener ballistischer Gutachten sprach eine Jury beide am 14. Juli 1921 schuldig. Richter Webster Thayer und Staatsanwalt Katzmann galten als voreingenommen gegenüber Ausländern und politischen Radikalen. Nach jahrelangen erfolglosen Eingaben, Gutachten und Protesten wurden Sacco und Vanzetti in der Nacht zum 23. August 1927 im Gefängnis von Charlestown auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. 1977 erklärte Gouverneur Michael Dukakis, sie hätten keinen fairen Prozess erhalten, und setzte einen Sacco-und-Vanzetti-Gedenktag ein. Ob sie schuldig waren, bleibt ungeklärt.