Themen: Gesundheit, Ungleichheit, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Die Lebenserwartung erreicht in der EU mit durchschnittlich 81,5 Jahren einen Höchststand, unterscheidet sich innerhalb europäischer Städte aber drastisch. Zwischen dem wohlhabenden 6. Pariser Arrondissement und dem ärmeren Stains liegen bei nur wenigen RER-Stationen acht Lebensjahre. In Wien reichen die Unterschiede bis zu acht Jahre bei Männern, in Barcelona bis zu 16 Jahre; in Glasgow betragen sie bis zu 15 Jahre für Frauen und 20 Jahre für Männer. Ein Bericht des Glasgow Centre for Population Health bringt die wachsende Kluft teilweise mit britischer Sparpolitik in Verbindung, die arme Gemeinden besonders getroffen habe. Einkommen beeinflusst Stress, Ernährungssicherheit, medizinische Versorgung, Lärm, Luftverschmutzung, Zugang zu Grünraum und Arbeitsrisiken. In Frankreich leben die reichsten 5 Prozent der Frauen acht Jahre, jene der Männer 13 Jahre länger als die ärmsten Gruppen. Verbesserte Luftqualität in Paris senkte vorzeitige Todesfälle, doch Verkehrsberuhigung und Begrünung konzentrieren sich bislang auf wohlhabendere Quartiere.