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Jean Zieglers ziemlich verzweifeltes Vermächtnis

Infosperber
Jean Zieglers ziemlich verzweifeltes Vermächtnis

Themen: Kultur/Feuilleton, Geopolitik, Krieg&Frieden

Regionen: International, International Unbestimmt

Jean Zieglers Buch «Trotz alledem! Warum ich die Hoffnung auf eine bessere Welt nicht aufgebe» wird als kämpferisches, zugleich verzweifelt wirkendes Vermächtnis des langjährigen UN-Sonderberichterstatters für das Recht auf Nahrung beurteilt. Ziegler zeichnet ein drastisches Bild von Krieg, Hunger, dem Schwinden der Vereinten Nationen, dem Abbau des Asylrechts und einer von ihm als kannibalisch bezeichneten Weltordnung. Breiten Raum nehmen die Kriege in der Ukraine und in Gaza sowie weitere Konflikte in Syrien, Afghanistan und Sudan ein. Ziegler kritisiert die Waffenindustrie und fordert eine entschlossene Mobilisierung von Bürgerinnen, Bürgern und Zivilgesellschaft. Menschenrechte und die Vorstellung einer gerechten Welt erscheinen ihm als politisches Programm gegen Finanzoligarchie und Kapitalismus. Die Rezension hält seine Lagebeschreibung für eindringlich, die vorgeschlagenen Strategien jedoch für skizzenhaft. Gewürdigt werden Zieglers Perspektiven auf den globalen Süden und seine Schilderungen von Begegnungen, etwa bei einer Mission 2005 in Guatemala. Kritisiert werden wiederholte pathetische Formeln und offene Fragen.

Infosperber

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