Themen: KI/Digital, Kultur/Feuilleton, Technologie
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Beat Kappeler blickt auf seinen journalistischen Werdegang und den technologischen Umbruch der Medien zurück. Vor dem Internet seien Informationen schwer zugänglich gewesen, während eigene Recherche und publizistische Ideen grosse Wirkung erzielen konnten. Er schildert frühe Recherchen zur Vietnam-Berichterstattung und zu Grundeigentum am Zürichsee sowie seine Distanz zur politischen Medienroutine in Bern. Kappeler kritisiert insbesondere Arbeitsweise und Programmgestaltung der SRG, die er als wenig spontan und thematisch vorhersehbar beschreibt. Das Internet habe Informationen, Studien und Statistiken allgemein verfügbar gemacht, durch Skalierbarkeit und geringe Grenzkosten aber viele Printmedien unter Druck gesetzt. Mit internetfähigen Mobiltelefonen sei weltweite Kommunikation permanent geworden. Kappeler verbindet diese Entwicklung mit Plattformmodellen wie Uber, Amazon und Airbnb und fordert einen offenen Zugang zu grossen Netzen nach dem Prinzip der Netzneutralität. Er kritisiert verspätete Telekomliberalisierung in Europa und staatliche Regulierung digitaler Plattformen, insbesondere Regelungen der EU und entsprechende Schweizer Vorhaben.