Themen: Wirtschaft/Finanzen, Geopolitik, Umwelt
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, Afrika
Der israelisch-schweizerische Konzern Mitrelli mit Sitz in Frauenfeld setzt in mehreren afrikanischen Staaten Infrastruktur- und Agrarprojekte um, deren Finanzierung teilweise durch die Schweizerische Exportrisikoversicherung SERV abgesichert wird. In Angola kontrollierte das Umfeld von Gründer Haim Taib das Landwirtschaftsprojekt Aldeia Nova, für das Familien vertrieben und ehemalige Soldaten mit Krediten belastet wurden. Nach Verlusten, Konkurs und staatlichen Revisionen blieb die finanzielle Lage prekär; Teile des Projekts wurden eingestellt. Im Senegal plant Mitrelli das Agrarprojekt Agropole Ouest auf über 1160 Hektaren bei Dakar. Betroffene berichten von fehlender Mitsprache, während eine Umwelt- und Sozialprüfung ein mittleres bis erhebliches Risiko wirtschaftlicher Vertreibung festhält. Mitrelli verbindet Finanzierung, Planung und Umsetzung über das Netzwerkunternehmen Luminar, was nach Einschätzung eines Experten Korruptions- und Überschuldungsrisiken schafft. In Côte d’Ivoire wird gegen eine Tochterfirma wegen mutmasslicher Veruntreuung und Geldwäsche ermittelt. Taib nutzt seine Geschäfte zudem für israelisch-afrikanische Beziehungen und strategische Interessen Israels.