Themen: CH-Politik, Gesellschaft, Gleichstellung
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Ein Kopftuchverbot wird als Eingriff in Religionsfreiheit und als Zwang zur Anpassung einer Minderheit kritisiert. Die Autorin oder der Autor argumentiert, eine pluralistische und tolerante Gesellschaft müsse ohne solche Verbote auskommen, solange religiöse Vorschriften keine Menschenrechte, die persönliche Integrität oder andere Gesetze verletzten. Ein staatliches Verbot stelle sich in seiner Zwangswirkung auf eine Stufe mit einem Regime, das Frauen zum Tragen eines Kopftuchs verpflichte. Den Befürwortern im Kantonsrat wird unterstellt, sie wollten einer unerwünschten Minderheit schaden, statt sich um das Wohl und die Gleichberechtigung von Frauen zu kümmern. Die Debatte diene vor allem der gegenseitigen Provokation von rechts und links und lenke von wichtigeren Aufgaben ab. Als Parallele wird die Minarettinitiative von 2009 genannt, deren Verbot mit 57,5 Prozent Ja-Stimmen angenommen wurde.