Themen: Umwelt, Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: International, Europa
In der kroatischen Stadt Gospić wurden zwischen 2022 und 2024 an mehreren Standorten zehntausende Tonnen illegaler Abfälle abgeladen. Laut Europol importierte ein kriminelles Netzwerk Kunststoff- und Industrieabfälle aus Italien, Slowenien und Deutschland, vermischte sie mit kroatischem Spitalmüll und Elektroschrott und lagerte oder vergrub das Material auf einem ehemaligen Industriegelände. Im Februar 2025 wurden 13 Personen festgenommen; gegen einen Geschäftsmann und seine Frau wird als Hauptverdächtige ermittelt. Sie sollen mit dem Geschäft rund vier Millionen Euro verdient und Beamte bestochen haben. Untersuchungen fanden Antimon, Kupfer und Blei weit über den Grenzwerten sowie PFAS im Grundwasser. Die Staatsanwaltschaft sieht ein erhebliches Risiko für Umwelt und Gesundheit. Die Bürgerinitiative «Gospić je naš dom» mobilisierte landesweit: Am 5. September demonstrierten rund 40'000 Menschen in Zagreb für die Räumung aller illegalen Deponien, eine nationale Abfallstrategie und einen Importstopp. Die Regierung schrieb die Entfernung aus, doch die Sanierung ist noch nicht erfolgt.