Themen: Wissenschaft, Umwelt
Regionen: International, Südamerika
Der kanadisch-schweizerische Anthropologe Jeremy Narby untersucht das Verhältnis zwischen Menschen und Pflanzen und plädiert dafür, verschiedene Erkenntnisweisen miteinander zu verbinden. Sein Interesse an Ungleichheit führte ihn nach einem Geschichtsstudium zur Anthropologie und in den 1980er-Jahren für Feldforschung zu den Asháninka im peruanischen Amazonasgebiet. Damals wurden dort laut Narby indigene Gemeinschaften durch Landwirtschafts- und Strassenbauprojekte ihrer Rechte und Gebiete beraubt. Im Austausch mit den Asháninka erkannte er, dass die Rechte der Menschen und jene der Natur zusammenhängen. Ihre Aussagen über das Wissen der Pflanzen bewogen ihn, Ayahuasca einzunehmen. Die Erfahrung erweiterte nach seinen Worten seine Weltsicht nachhaltig. Seither schreibt er über die Intelligenz der Natur und die Beziehungen zwischen Menschen und Pflanzen. Sein 2026 erschienenes Buch «Cannabis» behandelt die Geschichte der Pflanze und ihrer Kriminalisierung. Narby setzt sich zudem für den Erhalt der Biodiversität ein.