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L’era dei finti documentari

cdt.ch
L’era dei finti documentari

Themen: Kultur/Feuilleton, KI/Digital

Regionen: International, International Unbestimmt

Streamingplattformen setzen zunehmend auf autorisierte Porträts von Sport- und Popstars, die als intime Dokumentationen beworben werden. Der Autor sieht darin vor allem luxuriös produzierten Markeninhalt: Exklusiver Zugang, Familieninterviews, Archivmaterial und emotionale Montage erzeugten eine bestätigende Erzählung, während Konflikte, Kritik und gegnerische Stimmen kaum vorkämen. Als Beispiele nennt er Produktionen über Novak Djokovic, Lionel Messi, Arrigo Sacchi und José Mourinho. Diese zeichneten deren Erfolge und Selbstbilder nach, blendeten aber etwa Kontroversen, Misserfolge oder prägende Rivalen aus. Das Muster zeige sich auch bei Taylor Swift, Beyoncé, Harry und Meghan, David Beckham oder Arnold Schwarzenegger. Wirtschaftlich seien solche Formate für Plattformen attraktiv, weil sie vergleichsweise günstig seien, eine bereits loyale Fangemeinde erreichten und langfristig Abonnements stützten. Der notwendige Zugang zum Star begünstige dabei ein implizites Mitspracherecht über die Darstellung. Dadurch werde Nähe mit Wahrhaftigkeit und Feier mit Erkenntnis verwechselt.

www.cdt.ch

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