Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: International, Europa
Während seines Atelierstipendiums in Belgrad beobachtet Andrin Uetz, wie Studierende und Bürger gegen die Regierung von Aleksandar Vučić protestieren. Die Studierenden engagieren sich auch lokal, räumen Schnee und helfen älteren Menschen. Uetz sieht darin ein Beispiel dafür, wie Kulturschaffende ihre eigene Szene verlassen und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen können. Politischer Druck trifft auch Kulturinstitutionen: Nach einem Versuch, eine Aufführung im Zusammenhang mit Milo Raus Kritik am geplanten Lithiumabbau zu verhindern, organisierte die Festivalleitung das Bitef 2025 als improvisiertes Ne:Bitef. Uetz schildert zudem Konflikte um Fördergelder, Leitungspositionen und Graffiti. Die russische Exilgemeinschaft prägt mit Konzerten und Lokalen das Kulturleben; neben Kritik an steigenden Mieten und mangelnder Durchmischung erlebt er auch Austausch und neue Impulse. Bei seinem Abschiedskonzert im Club DIM entstehen für ihn Begegnungen und Gespräche über politische und persönliche Grenzen hinweg.