Themen: CH-Politik, Gesellschaft, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Tessin
Giovanni Albertini, Tessiner Grossrat für Avanti con Ticino&Lavoro, kritisiert, die kantonale Politik finanziere zu häufig die Folgen sozialer Probleme, statt deren Ursachen anzugehen. Angesichts angespannter Kantonsfinanzen und steigender Ausgaben für Sozialleistungen und Krankenkassenprämien fordert er insbesondere eine bessere Arbeitsvermittlung und Umschulung für ältere Arbeitslose sowie mehr Prävention und Effizienz im Gesundheitswesen. Seine Gruppierung habe dazu Vorschläge eingereicht, darunter eine Reform der regionalen Arbeitsvermittlungszentren. Ausserhalb des Parlaments unterstützt der Verein Ticino&Lavoro Stellensuchende kostenlos und finanziert unter anderem Deutschkurse mit jährlich 10’000 Franken aus politischen Entschädigungen. Albertini beklagt zudem langwierige politische Verfahren und wachsende Unsicherheit bei Menschen, die trotz Arbeit finanziell unter Druck stehen. Auch Paare verschöben wegen wirtschaftlicher, psychischer und sozialer Belastungen die Familiengründung. Er räumt ein, selbst Teil des kritisierten Systems zu sein, und fordert eine Politik, die Eigenständigkeit und Zukunftsperspektiven stärkt.