Themen: CH-Politik, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Die eidgenössischen Räte haben im Dezember 2025 eine neue Betreuungszulage für Kinder bis acht Jahre beschlossen. Damit endet Ende 2026 das seit 2003 als Provisorium gedachte Bundesförderprogramm für die ausserfamiliäre Betreuung. Der indirekte Gegenvorschlag zur Kita-Initiative veranlasste deren Komitee im März zum bedingten Rückzug. Der Kommentar wertet den Entscheid als verspäteten Schritt angesichts einer Fertilitätsrate von 1,29 Kindern pro Frau, dem historischen Tiefstand. Für die Bestandserhaltung wären 2,1 Kinder nötig. Bis 2050 dürfte sich das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Rentnerinnen und Rentnern von heute drei zu eins auf etwa zwei zu eins verschieben. Arbeitsmigration könne Geburtenausfälle nicht allein beantworten. Kritisiert wird eine Familienpolitik aus unverbundenen Bereichen: Betreuung werde kantonal über Arbeitgeberbeiträge finanziert, der Vaterschaftsurlaub umfasse zwei Wochen, familiengerechter Wohnraum folge anderen politischen Logiken. Nötig seien Bedingungen, die Menschen die gewünschte Familiengründung erleichtern.