Themen: Gleichstellung, Gesellschaft
Regionen: International, Nordamerika
Ein Mustervertrag des «Northwest Surrogacy Center» im US-Bundesstaat Oregon räumt Kaufeltern das Recht ein, bei einer Erkrankung des ungeborenen Kindes einen Schwangerschaftsabbruch zu verlangen. Begriffe wie eine «akzeptable Lebensqualität» bleiben dabei undefiniert. Verweigert die Leihmutter den Abbruch, gilt dies als schwerer Vertragsverstoss: Die Kaufeltern sollen bereits gezahlte Vergütungen und Auslagen zurückfordern können und Anspruch auf das Sorgerecht erhalten. Der Vertrag enthält weitere Haftungs- und Verhaltensklauseln. Leihmütter sollen eine Risikolebensversicherung über 350’000 Dollar abschliessen; unterbleibt dies, wären Kaufeltern bei einem Todesfall laut Mustervertrag von Haftung befreit. Für den Verlust der Gebärmutter sind 5000 Dollar vorgesehen, für Eileiter oder Eierstöcke 2500 Dollar. Zudem sollen Leihmütter unangekündigten Tests auf Drogen, Alkohol und Nikotin zustimmen. Der Beitrag ordnet diese Bestimmungen in eine weitgehend unregulierte, milliardenschwere US-Fortpflanzungsindustrie ein.