Themen: Migration/Asyl, Gesellschaft, Leben
Regionen: Schweiz, Zentralschweiz
Der Kanton Luzern betreut derzeit 5800 Personen im Asyl- und Flüchtlingswesen, während ihm laufend Unterkunftsplätze verloren gehen. Bis Ende 2026 fallen rund 100 Plätze weg, bis Ende 2027 weitere 500. Gleichzeitig weist der Bund monatlich etwa 100 neue Personen zu; saisonbedingt könnte diese Zahl steigen. Besonders fehlen Wohnungen für die Zweitunterbringung von Personen mit Bleiberecht. Weil der Leerwohnungsanteil per 1. Juni nur 0,7 Prozent betrug, bleiben Betroffene durchschnittlich ein Jahr in Kollektivunterkünften statt der üblichen vier bis sechs Monate. Das belastet die Einrichtungen und erschwert die Integration sowie den Arbeitsmarkteintritt. Der Kanton ruft Eigentümer dazu auf, rasch verfügbare Wohnungen und mindestens zwölfmonatige Zwischennutzungen anzubieten. Er befindet sich weiterhin in der besonderen Lage, will aber vorerst weder eine Notlage ausrufen noch Gemeinden zur Schaffung von Plätzen verpflichten. Das Konzept Asyl 2025+ sieht zuvor auch unterirdische Sanitätsstationen als Unterkünfte vor.