Themen: Migration/Asyl, Gesellschaft, Demokratie
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Marianne Pletscher verbindet den Erfolg der Schweiz eng mit der Arbeitsleistung und den Lebensgeschichten Eingewanderter. In ihrem Buch «Wer putzt die Schweiz?» porträtiert sie Menschen, die legal oder illegal eingereist sind und in Reinigung, Bau, Pflege, Gewerbe, Wissenschaft, Kultur und weiteren Bereichen zum Land beigetragen haben. Sie erinnert an ihre aus Italien eingewanderten Grosseltern sowie an das Saisonnierstatut und versteckte Kinder von Saisonniers. Die Schweiz habe Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten oft gebraucht, aber nicht gleichermassen anerkannt. Restriktive Migrationspolitik und Arbeitsverbote für Asylsuchende erschwerten nach ihrer Auffassung die Integration und verstärkten Ängste sowie Ausgrenzung. Viele Kinder früherer Migrantinnen und Migranten seien heute gesellschaftlich, wirtschaftlich, kulturell und politisch etabliert. Pletscher kritisiert die aktuelle Debatte über Remigration, Abschiebungen und das Asylrecht sowie die Verknüpfung sozialer Probleme mit Migration. Sie verweist auf demografische Folgen einer ausbleibenden Einwanderung und auf die Bedeutung von Solidarität im Alltag. Hoffnung setzt sie auf konkrete Unterstützungsangebote für Geflüchtete und Migrantinnen und Migranten.