Themen: Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft, Ungleichheit
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Economiesuisse und der Arbeitgeberverband rechnen vor, dass die Schweiz in den nächsten 20 Jahren 460’000 zusätzliche Vollzeitbeschäftigte brauche, um den Wohlstand pro Kopf weiter zu steigern. Ohne zusätzliche Einwanderung könnten laut Studie mit mehr Kitas, weniger Teilzeit und weniger Frühpensionierungen 146’000 Stellen besetzt werden. Werner Vontobel bestreitet, dass mehr bezahlte Arbeit die richtige Antwort auf Überalterung und tiefe Geburtenraten sei. Seit 1960 seien die Arbeitsstunden pro Kopf nur von 1015 auf 882 gesunken, während die Produktivität um rund 160 Prozent gestiegen sei. Dennoch könnten sich viele Paare mit zusammen 70 Wochenstunden kaum ein Kind leisten. Als Ursachen nennt er hohe Koordinationskosten der Marktwirtschaft, lange Wege, wachsende Infrastrukturkosten durch Migration sowie Finanzvermögen ohne unmittelbare Grundbedürfnisbefriedigung. Entscheidend sei zudem die Einkommens- und Bodenpreisverteilung: Die obersten fünf Prozent erhielten rund einen Viertel aller Reineinkommen, steigende Landpreise verteuerten die Mieten erheblich.