Themen: Gesellschaft, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Zentralschweiz
Stadtpräsident Hans-Rudolf Meyer liess in Luzern kurz vor den Internationalen Musikfestwochen grosse, frisch bepflanzte Blumenkisten vor dem Rathaus aufstellen. Sie blockierten jene Steinbänke, auf denen sich Jugendliche regelmässig trafen. Die Massnahme richtete sich gegen die damals sogenannten Blumenkinder: Langhaarige, bunt gekleidete Jugendliche sollten aus dem Blickfeld der Gäste in Smoking und Abendkleid verschwinden. Ein junger Pressefotograf dokumentierte den «Rathausschmuck» am frühen Morgen und klärte nach Telefonaten, dass Meyer die Aufstellung persönlich angeordnet hatte. Der als «Zack-Zack-Meyer» bekannte freisinnige Stadtpräsident wurde mit seinem autoritären Auftreten zur Symbolfigur einer missglückten Verdrängungsaktion. Unter dem Titel «Mit Blumenkisten gegen Blumenkinder» verbreitete sich die Geschichte rasch über Luzern hinaus; Zeitungen im In- und Ausland griffen sie auf, auch die New York Times. Die Blumenkisten wurden später entfernt, die Affäre blieb in Erinnerung.