Themen: CH-Politik, Gesundheit, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
SP-Vizepräsident Baptiste Hurni will das Schweizer Gesundheitswesen stärker regulieren und bereitet mit anderen eine mögliche neue Volksinitiative vor. Sie könnte Grundversorgung, Tarife, Systemorganisation und allenfalls eine Einheitskasse umfassen. Die von ihm eingereichte Begrenzung der Kaderlöhne bei Krankenkassen betrachtet Hurni vor allem als Signal; für die Prämienzahlenden bringe sie nur wenige Rappen monatlich. Höhere Kostendynamik sieht er bei Medikamenten und Spezialärzten. Bei den Spitälern fordert er mehr Koordination über Kantonsgrenzen hinweg, ohne eine vom Bund diktierte Spitalliste zu befürworten. Grundversorgungsangebote in der Nähe seien wichtig, spezialisierte Eingriffe könnten hingegen stärker konzentriert werden. Die SP habe ihre Prämien-Initiative auf die soziale Frage der Finanzierung ausgerichtet; die Organisation des Systems solle separat angegangen werden. Hurni verweist zudem auf starke Lobbys von Pharma, Ärzteschaft und Krankenkassen sowie auf die schwierig zu erreichenden parlamentarischen Mehrheiten.