Themen: Krieg&Frieden, Kultur, Geopolitik
Regionen: International, Westasien
Israelische Siedler überfielen am 10. Februar 2026 einen Vorort von Jericho und zerstörten während acht Stunden Häuser von dreizehn beduinischen Familien. Ali Kaabne berichtet, Armee und Polizei hätten Notrufe nicht beantwortet. Nahebei liegen die Ruinen des Winterpalasts von König Herodes, auf denen Kulturerbeminister Amichai Elijahu anschliessend eine israelische Flagge hisste. Der Archäologe Alon Arad sieht in der Entwicklung archäologischer «Ankerorte» ein Muster: Jüdische Geschichte werde hervorgehoben, während palästinensische Bewohner verdrängt würden. Für Jericho sind Investitionen von rund 5,8 Millionen Euro vorgesehen, vor allem für Infrastruktur, touristische Einrichtungen und Sicherheitszäune. Ein ähnlicher Prozess läuft in Sebastia, wo die israelische Regierung Mittel für einen archäologischen Park bereitstellte, die Armee Gelände besetzte und später rund 180 Hektaren Land beschlagnahmte. Bewohner fürchten um Häuser, Landwirtschaft und Tourismus. Arad kritisiert, dass archäologischer Schutz als Begründung für Landnahme instrumentalisiert werde.