Themen: Krieg&Frieden, Ukraine Krieg, Geopolitik
Regionen: International, Russland/Eurasien, Europa
Reinhard Hesse kritisiert die von General Erich Vad geäusserte Forderung, Deutschland müsse eigene Atomwaffen erwerben. Zwar hält Hesse die Verlässlichkeit ausländischer nuklearer Schutzversprechen für fraglich, eine deutsche Atomrüstung aber für rechtswidrig und gefährlich. Deutschland würde nach seiner Auffassung unter anderem den Zwei-plus-Vier-Vertrag verletzen und die Gefahr einer grossen Katastrophe erhöhen. Statt einer atomar abgesicherten deutschen Führungsrolle in Westeuropa fordert er Verhandlungen über eine neue europäische Friedensordnung. Als Bezugspunkt nennt er einen russischen Vorschlag vom Dezember 2021 für Gespräche mit NATO und USA über die Ukraine und die europäische Ordnung. Hesse behauptet, ernsthafte Verhandlungen hätten den Krieg in der Ukraine verhindern oder nach dessen Beginn begrenzen können. Eine künftige Regelung solle sich am Zwei-plus-Vier-Vertrag und an Helsinki orientieren und ein massenvernichtungswaffenfreies Deutschland einschliessen. Die Bundeswehr solle auf territoriale Verteidigung ausgerichtet werden; dauerhafte Sicherheit entstehe durch ausgewogene Beziehungen zu den Nachbarn.