Themen: Kultur, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Das Berner Gurtenfestival verbietet ab 2026 das gezielte Sammeln von Depotbechern, Geschirr und Besteck. Wer die Artikel nicht selbst gekauft hat, darf während des ganzen Festivals höchstens zehn zurückgeben. Die Veranstalter begründen die Regel mit wachsenden Überweisungen hoher Depotbeträge ins Ausland, vermuteten professionellen Organisationen sowie ungeklärter Entlöhnung und Versicherung der Sammler:innen. Der Musiker Hubert Kostkiewicz aus Breslau, der seit 2012 an Festivals gesammelt hat, hält solche Organisationen für unwahrscheinlich und berichtet von unterschiedlichen Einzelpersonen aus Europa. Für ihn finanzierte die Tätigkeit Instrumente; Bekannte hätten damit Studium oder ein Musiklabel ermöglicht. Er versteht das Sammeln als kleine Umverteilung in lokale Kulturszenen. Das Festival verweist zudem auf Beschwerden über harsch eingeforderte Becher. Kostkiewicz sagt hingegen, ein grosser Teil der Arbeit bestehe unauffällig im Durchsuchen von Abfallbehältern. Kritisch wird auch die unbezahlte Arbeit von «Bäseler:innen» erwähnt, die mit Pässen, T-Shirt und Frühstück entschädigt werden.