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Politischer Erdrutsch

Journal21
Politischer Erdrutsch

Themen: Partei-Politik, Demokratie, Geopolitik

Regionen: International, Südamerika

Flávio Bolsonaro hat die erste Runde der brasilianischen Präsidentschaftswahl überraschend klar gewonnen. Der rechtsradikale Sohn des zu 27 Jahren Haft verurteilten Jair Bolsonaro erhielt 47,03 Prozent der Stimmen, Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva 45,16 Prozent. Da niemand die absolute Mehrheit erreichte, folgt am 25. Oktober eine Stichwahl. Beobachter rechnen nach diesem Resultat mit Vorteilen für Bolsonaro, obwohl Umfragen Lula zuvor deutlich vorn gesehen hatten. Bolsonaro gewann 15 Bundesstaaten, Lula zwölf im Norden und Nordosten. Auch bei Senats- und Gouverneurswahlen setzte sich eine starke Rechtsverschiebung fort; im Hauptstadtbezirk Brasília wurde Michelle Bolsonaro in den Senat gewählt. Flávio Bolsonaro hatte angekündigt, seinen Vater im Falle eines Siegs zu amnestieren. Lula setzt nun darauf, Nichtwähler zu mobilisieren: Die Beteiligung lag trotz Stimmzwang bei 79 Prozent. Unterstützer Lulas sorgen sich zudem über den Einfluss rechtsgerichteter US-Accounts und Donald Trumps auf den Wahlkampf sowie über eine mögliche Ausweitung Trump-naher Regierungen in Lateinamerika.

journal21.ch

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