Themen: Demokratie, Partei-Politik
Regionen: International, Südamerika
Flávio Bolsonaro hat die erste Runde der brasilianischen Präsidentschaftswahlen überraschend klar gewonnen. Der rechtsradikale Sohn des zu 27 Jahren Haft verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro erhielt 47,03 Prozent der Stimmen, Amtspräsident Luiz Inácio Lula da Silva 45,16 Prozent. Beobachter rechnen deshalb mit einem Sieg Bolsonaros in der Stichwahl in drei Wochen. Zwischenzeitlich lag er nach Auszählung von 30 Prozent der Stimmen sogar über der für einen direkten Sieg nötigen absoluten Mehrheit. Bolsonaro gewann in 15 Bundesstaaten, Lula in zwölf, vor allem im Norden und Nordosten. Auch bei Senats- und Gouverneurswahlen verschob sich das politische Gewicht nach rechts. Im Hauptstadtbezirk Brasília wurde Michelle Bolsonaro, die Ehefrau Jair Bolsonaros, in den Senat gewählt. Flávio Bolsonaro hatte angekündigt, seinen Vater im Fall eines Wahlsiegs zu amnestieren. Lula hofft, die bei einer trotz Stimmzwang nur 79-prozentigen Beteiligung Ferngebliebenen für den zweiten Wahlgang mobilisieren zu können.