Themen: Kultur/Feuilleton, Kultur
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Das Kunsthaus Zürich widmet Vilhelm Hammershøi bis 25. Oktober die Ausstellung «Maler des stillen Klangs». Im Zentrum stehen seine kargen, kühl wirkenden Interieurs, die einen kontrollierten, gegen die Aussenwelt abgeschirmten Raum schaffen. Hammershøi erscheint als gebildeter, zurückhaltender Künstler, dessen Werke das Unbehagen des modernen Individuums spiegeln. Der Rundgang wirkt zunächst von Grau dominiert, entsprechend seiner Überzeugung, Bilder erzielten mit wenig Farbe die stärkste Wirkung. Bei genauerem Sehen treten jedoch gezielte Töne von Gelb, Grün und Violett hervor, etwa im Gemälde «Die gefrorene Newa» von 1913. Die Schau rückt zudem eine kunsthistorisch wenig beachtete Region Europas ins Blickfeld. Musik hatte im Leben des Malers offenbar grosses Gewicht; eine begleitende Playlist hätte diesen Bezug und die sinnliche Seite der strengen Bildwelt stärker erfahrbar machen können. Die Ausstellung entstand mit dem Museo Nacional Thyssen-Bornemisza in Madrid.