Themen: Klima&Energie, Demokratie, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Der Kommentar fordert eine Debatte über die gerechte Rationierung knapper Ressourcen. Der vergangene Hitzesommer habe gezeigt, dass Wassermangel auch in der Schweiz zu kurzfristigem Verzicht zwinge: AKW könnten nicht mehr gekühlt, Kühe früher von Alpen geholt und Gemüsefelder weniger bewässert werden. Dennoch fehlten schweizweit Wasserkonzepte und aussagekräftige Verbrauchsdaten. Gleichzeitig werde vor der Beschneiungssaison erneut um knappes Bergwasser gestritten. Rationierungen würden angesichts von Umweltzerstörung, Klimawandel und wachsender Ungleichheit zum Alltag, argumentiert der Autor. Die zentrale Frage sei, welche Nutzungen Vorrang erhalten sollen: Flusskraftwerke, Fischbestände, Golfanlagen oder privater Verbrauch. Der Markt könne dies nicht sozial und ökologisch lösen, weil er über Preise rationiere und Wohlhabenden den Zugang ermögliche. Auch die klassische Ökonomie biete kein Modell für weniger Wachstum. Der Staat müsse deshalb Prioritäten setzen. Eine faire, demokratisch abgestützte Verteilung knapper Güter solle Lasten gleichwertig verteilen und verhindern, dass Ressourcen zu Luxusgütern für Reiche werden. Ohne solche Verfahren drohten Autoritarismus und eine stärkere Ellenbogengesellschaft.