Themen: Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Zentralschweiz
Ein 27-jähriger Deutscher ist nach einer Auseinandersetzung in der Nacht auf den 18. Oktober bei einer Afterparty nach einem Oi-Punk-Konzert in Tuggen gestorben. Laut Staatsanwaltschaft Schwyz waren fünf bis zehn Personen beteiligt; mutmasslicher Anlass waren Hitlergrüsse mehrerer Anwesender. Ein 42-jähriger Schweizer wurde festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Zeugenaussagen zufolge war während des Konzerts eine aggressive Gruppe aus dem Umfeld des Neonazi-Netzwerks Blood and Honour aufgefallen, zunächst aus dem Saal verwiesen worden und später zurückgekehrt. Ungeklärt bleibt unter anderem die Rolle von Security und Veranstaltern. Antifa Bern sieht im Bezirk March seit Jahren ein rechtsextremes Umfeld, das sich von der Kameradschaft Heimattreu zu Blood & Honour Zürichsee entwickelt habe. Öffentliche Anlässe, Rechtsrock-Proberäume und Kampfsporttraining begünstigten dessen verdeckte Organisierung. Der Fall stellt auch die Einschätzung des Nachrichtendiensts infrage, wonach vor allem isolierte Täter eine Gefahr darstellten.