Themen: Innen-Politik, Technologie
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Ruag MRO schliesst ihre seit 2023 laufende Untersuchung zu Unregelmässigkeiten mit Zivilklagen über rund 51 Millionen Euro gegen zehn Personen sowie mehreren Strafanzeigen ab. Vier Prüfungen der Eidgenössischen Finanzkontrolle hatten 2025 Betrugsvorwürfe beim Verkauf von 96 Leopard-1-Panzern nach Deutschland und gravierende Mängel bei Compliance, Führung und Aufsicht offengelegt. Die Untersuchung der Kanzlei Niederer Kraft Frey nennt den Verdacht, ein ehemaliger Mitarbeiter habe sensible technische Zeichnungen an private E-Mail-Adressen und Dritte in Deutschland übermittelt. Nicht zugelassene Hersteller könnten dadurch Teile für Ruag-Lager, Werkstätten oder Leopard-2-Panzer produziert haben. Weitere Verdachtsmomente betreffen eine frühere südafrikanische Nitrochemie-Tochter, nicht deklarierte Beteiligungen, gefälschte Herstellerzertifikate und mögliche unzulässige Vorteile. Ruag verstärkte Compliance, Exportkontrolle und interne Prozesse. Verteidigungsminister Martin Pfister kündigte eine Prüfung der Verantwortlichkeiten von Ruag und Bund sowie der eingeleiteten Massnahmen an.