Themen: Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Tessin
Erik Bernasconi verfilmt mit «Becaària» Giorgio Genetellis gleichnamigen Entwicklungsroman über eine Jugend im Tessin der 1970er-Jahre. Mario fällt am Gymnasium durch und wird von seinem autoritären Vater, einem Tankstellenwart, für einen Sommer auf einen Bergbauernhof geschickt. Der Vater deutet das Scheitern als Faulheit und Trotz; Mario soll dort lernen, was Arbeit bedeutet. Die Familie auf dem Hof eröffnet ihm jedoch andere Formen des Lebens. Besonders die aus Studium und Stadt zurückgekehrte Prisca vermittelt ihm, dass Eigenständigkeit Begehren zulassen kann, ohne Besitzansprüche zu begründen. Ein zugezogener Arzt erkennt sich in Mario wieder. Der Jugendliche ringt mit dem Übergang ins Erwachsensein und mit der Tragweite eigener Entscheidungen. Weil die Erwachsenen des Dorfes ihm weniger vertraut sind als die Eltern und niemand auf ihn gewartet hat, beginnt er seine Haltung zu hinterfragen. Die sorgfältig inszenierte Zeitatmosphäre verstärkt zugleich den Eindruck einer leisen Verklärung.