Themen: Innen-Politik, Migration/Asyl, Kultur
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Rund hundert Vermummte aus der linksautonomen Bewegung besetzten den Lindenhof in Zürich für ein Wochenende. Die Aktivist:innen verbarrikadierten Ein- und Ausgänge und organisierten Konzerte, Vorträge, Diskussionsrunden sowie politische Reden. Die Polizei tolerierte die Besetzung bis Sonntag, anders als bei der Räumung einer Platzspitz-Besetzung im Vorjahr. In ihrem Communiqué verlangten die Besetzer:innen «Solidarität statt Abschottung» und kritisierten Europas Grenzpolitik, die schweizerische Militarisierung sowie die Rolle von Zürcher Technologieunternehmen bei internationaler Kriegsführung. Die Aktion wurde von bürgerlichen Politiker:innen und Medien scharf kritisiert. FDP-Stadtpräsident Përparim Avdili bezeichnete die Tolerierung als Bankrotterklärung für die demokratische Rechtsordnung. Die Jungfreisinnigen verlangten eine Räumung, eine Rechtfertigung von Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart und mehr polizeiliche Zwangsmittel. Ihr Präsident erklärte hingegen, Deeskalation bleibe wichtig, Zwangsmittel seien bei Nichtbefolgen polizeilicher Aufforderungen aber nötig.