Themen: Demokratie, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH
Andrea Strahm, ehemalige Grossrätin der Mitte, hinterfragt den Anspruch, Parlamente und Regierungen müssten die Bevölkerung repräsentieren. Nach fünfeinhalb Jahren gab sie ihr Mandat ab und verweist auf die starke Präsenz von Juristinnen und Juristen im Grossen Rat. Die Bevölkerung sei jedoch zu vielfältig, um sich in kleinen Gremien wie dem siebenköpfigen Bundesrat angemessen abzubilden. Bei anstehenden Bundesratswahlen würden Geschlecht, Sprachregion, Kanton und Parteizugehörigkeit stark gewichtet; die SVP sei nach ihrem Zugewinn faktisch gesetzt. Strahm kritisiert, dass bei der Besetzung politischer Ämter Fähigkeiten, Ausbildung, Charakter und Teamfähigkeit gegenüber solchen Repräsentationskriterien zurückträten. Exekutiv- und Legislativmitglieder müssten Akten verstehen, belastbar sein, reden können und Anliegen der Bevölkerung aufnehmen. Sie selbst sieht ihre Stärke in der Geschäftsprüfungskommission und im Gerechtigkeitssinn, aber nicht in der Geduld für lange, wiederholende Ratsdebatten.