Themen: Innen-Politik, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Am Montag beginnt vor dem Zürcher Obergericht die zweite Prozessrunde im Fall Raiffeisen und Pierin Vincenz. Neben dem früheren CEO wurde kein weiteres Mitglied der damaligen Geschäftsleitung oder des Verwaltungsrats angeklagt, obwohl die Finma 2018 schwere aufsichtsrechtliche Mängel festhielt. Sie kritisierte insbesondere die ungenügende Oberaufsicht des Verwaltungsrats und ausgehebelte Kreditprozesse zugunsten von Projekten des CEO. Nach Angaben einer mit den Umständen vertrauten Person prüfte die Zürcher Staatsanwaltschaft Anklagen gegen weitere Führungskräfte, darunter den ehemaligen Verwaltungsratspräsidenten Johannes Rüegg-Stürm. Sie gelangte jedoch zum Schluss, für Vorwürfe wie ungetreue Geschäftsbesorgung oder pflichtwidrige Schadensverursachung reiche die Beweislage nicht. Vincenz soll sein Umfeld mutmasslich gezielt getäuscht haben. Als Hintergrund für die hohe Anklageschwelle wird auch der Swissair-Fall genannt, in dem gravierende Managementfehler strafrechtlich nicht nachgewiesen werden konnten. Anträge auf Befragung weiterer Personen wurden laut einem Anwalt abgelehnt.