Themen: Wirtschaft/Finanzen, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Tessin
Tessiner Firmen stehen bei der Nachfolge zunehmend vor dem Problem, dass in der Familie keine geeignete Person bereitsteht. 2024 suchten schweizweit rund 100'000 Unternehmen einen Nachfolger; im Tessin sollte gemäss früheren Analysen jede siebte Firma innerhalb von zwei Jahren einen Übergang regeln. Der Anteil von Unternehmern, die eine Familienlösung bevorzugen, sank von 70 Prozent vor zwanzig Jahren auf 42 Prozent im Jahr 2022. Die Tessiner Steuerreform von 2024 erleichtert auch Übertragungen an Mitarbeitende oder Dritte. Wird eine Firma mehrheitlich unentgeltlich oder deutlich unter Marktwert übertragen, halbiert sich die Schenkungssteuer, wenn die übernehmende Person Kontrolle und eine Führungsfunktion während mindestens fünf Jahren behält. Steuerbehörden unterscheiden dabei zwischen echter Unternehmensnachfolge und steuerpflichtigem Lohn. Als Hürden gelten spätes Planen und fehlendes Kapital bei möglichen Nachfolgern. Die Stiftung Renaissance übernimmt Mehrheiten an etablierten KMU langfristig, während das Management beteiligt bleibt. Bei Canplast sicherte dieses Modell laut Direktor Giuseppe Romano 90 Arbeitsplätze und neue Investitionen.