Themen: Wirtschaft/Finanzen, Technologie, Bildung
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
R. James Breiding fragt, weshalb die Schweiz trotz Wissenschaft, Kapital und Fachkräften kein neues Unternehmen von der globalen Bedeutung Nestlés hervorgebracht habe. Als Symbol nennt er die unvollendete Gentechnikfabrik von Biogen in Meyrin. Das 1978 gegründete Unternehmen habe wegen Finanzierungsproblemen und behördlichem Widerstand seinen Sitz nach Boston verlegt und sei heute rund 30 Milliarden Dollar wert. Breiding würdigt historische Schweizer Unternehmen wie Nestlé, Novartis, ABB und Roche als kühne Gründungen, sieht aber eine Kultur der Risikovermeidung. Zu viele Regeln zur Verhinderung von Fehlern erschwerten seiner Ansicht nach grosse Innovationen. Er schlägt vier Ansatzpunkte vor: gesellschaftliche Akzeptanz für Scheitern, stärkere unternehmerische Bildung, besseren Transfer von Hochschulwissen in Start-ups und mehr geduldiges Kapital. Schweizer Pensionskassen investierten laut Breiding weniger als 0,2 Prozent ihres Vermögens in inländisches Risikokapital, gegenüber 2 Prozent in den USA. Die ETH und EPFL verfügten über ein starkes Robotik-Ökosystem; daraus könnten neue grössere Unternehmen entstehen, wenn jüngere Firmen neben etablierten Konzernen wachsen könnten.