Themen: KI/Digital, Demokratie, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt, International, Europa
Otfried Jarren analysiert die Digitalisierung als sozio-technischen Umbruch, der etablierte Institutionen in Politik, Medien und Gesellschaft grundlegend herausfordert. Internet, Plattformen, Cloud-Technologien, Algorithmen und KI wirkten global, rasch und tiefgreifend. Plattformen würden von wenigen Unternehmen gesteuert, aber durch die Nutzenden zugleich von unten mitgestaltet. Dadurch entstünden neue Formen von Macht, Normen und Institutionalisierung. Jarren betont, dass diese Akteure sich häufig nicht in nationale gesellschaftliche Strukturen einfügen wollten und Journalismus, Medien sowie politische Institutionen unter Druck setzten. Social Media bündelten Kritik, ermöglichten Protest, Veto-Gruppen und populistische Bewegungen. Zugleich verliere die gesamtgesellschaftliche Öffentlichkeit an Bedeutung, weil sich viele getrennte Öffentlichkeiten mit unterschiedlichen Themen und Werten bildeten. Jarren verweist auf demokratische Verfallsprozesse, insbesondere in den USA, und auf wachsenden Populismus in Europa. Kriege, digitale Propaganda und Cyberangriffe erhöhten den Druck zusätzlich. Europa sei bei Software, IT und KI kein massgeblicher Akteur und verfüge über keine digitale Souveränität. Dies verstärke eine umfassendere Krise des Vertrauens in demokratische Institutionen.