Themen: CH-Politik, Kultur
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Die Strassenbenennungskommission schlägt für einen bislang namenlosen kleinen Platz zwischen Bahnhofstrasse und Rennweg den Namen «Trülleplatz» vor. Der Name bezieht sich auf das gegenüberliegende denkmalgeschützte Haus zur Trülle und einen mittelalterlichen drehbaren Stahlkäfig, in dem Menschen öffentlich blossgestellt wurden. Der Quartierverein Zürich 1 lehnt die Bezeichnung entschieden ab. Präsident Felix Stocker nennt sie ein No-Go und schlägt stattdessen Dora Koster vor. Die 2017 verstorbene Schriftstellerin, Malerin und ehemalige Prostituierte lebte im Niederdorf und engagierte sich unter anderem freiwillig für aidskranke Menschen. In ihrem 1980 erschienenen Buch «Nichts geht mehr. Stationen einer Frau aus dem Milieu» setzte sie sich kritisch mit ihrer Zeit in der Prostitution auseinander. Die Kommission will den Vorschlag und die Einwände im Juli beraten. Den endgültigen Entscheid fällt der Zürcher Stadtrat.