Themen: Gesundheit, Innen-Politik
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Oliver Distler, Direktor der Rheumatologie am Universitätsspital Zürich, erhielt 2025 laut der Auswertung von Pharmagelder.ch rund 97'000 Franken von Pharmaunternehmen. Etwa 87'000 Franken stammten von Boehringer Ingelheim: 57'000 Franken für Beratungsleistungen und 30'000 Franken für Spesen. Der Konzern engagierte ihn demnach als Redner, Berater und Mitglied eines wissenschaftlichen Beirats. Das USZ erklärt, seine ärztliche Unabhängigkeit sei dadurch nicht beeinträchtigt. Die Zahlungen von 2025 sind jedoch nicht im seit Juni 2026 öffentlichen Transparenzregister des USZ aufgeführt. Das Spital begründet dies damit, das Register erfasse keine rückwirkende Liste früherer Tätigkeiten, sondern bestehende Interessenbindungen. Distler führt dort aktuell 19 Nebenbeschäftigungen auf. Auch Luc Biedermann und Andreas Kremer, die ebenfalls hohe Pharmavergütungen erhielten, fehlten zunächst im Register, obwohl sie ihre Tätigkeiten intern gemeldet hätten. Eine externe Kontrolle auf Vollständigkeit der Angaben gibt es nicht. SP-Ständerat Baptiste Hurni bezeichnet das Register als ungenügend und verlangt gesetzliche Regeln sowie die Ablieferung solcher Zuwendungen an die Patienten beziehungsweise das Spital.