Themen: Wissenschaft, Kultur/Feuilleton
Regionen: International, Europa
Ein 2012 veröffentlichter Brief des Jesuitenpaters Caselli an Ettore Majoranas Bruder Salvatore bezeichnet den 1938 verschwundenen Physiker im September 1939 als «geliebten Verstorbenen». Zusammen mit einer damals eingerichteten, von Salvatore mit 20'000 Lire finanzierten Stiftung und weiteren Verwaltungsakten gilt dies Forschern als Hinweis auf einen tödlichen Ausgang im Jahr 1939. Die Gründe für Majoranas Verschwinden und seinen möglichen Tod bleiben jedoch ungeklärt. Sein Verwandter Stefano Roncoroni hält dagegen an der Darstellung fest, Majorana sei von Palermo zurückgekehrt, habe den Neapler Physikinstitutsleiter Antonio Carrelli getroffen und sich anschliessend nahe Salerno zurückgezogen. Eine Rückkehr zur Familie habe er ausgeschlossen. Roncoroni verwirft sowohl eine mystische Krise als auch die These eines Suizids wegen einer Vorahnung der Atombombe. Majoranas neun zu Lebzeiten publizierten Arbeiten wirken wissenschaftlich weiter; am CERN wird unter anderem über Majorana-Teilchen als mögliche Bestandteile dunkler Materie geforscht.