Themen: Wissenschaft, Gesundheit
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Ein Team der Universität Zürich hat einen Mechanismus entdeckt, mit dem sich das erwachsene Gehirn nach Verletzungen oder Erkrankungen regenerieren kann. Spezielle Astrozyten, sternförmige Stütz- und Versorgungszellen des Gehirns, teilen sich nicht nur: Die neu gebildeten Zellkerne ihrer Tochterzellen bewegen sich entlang der Zellfortsätze über grössere Distanzen in geschädigte Hirnregionen. Dort besiedeln sie das Gewebe erneut und verknüpfen das Astrozyten-Netzwerk wieder. Astrozyten versorgen Nervenzellen mit Nährstoffen, helfen bei der Steuerung des Blutflusses und tragen zur Gesundheit des Hirngewebes bei. Bisher galt, dass verlorene Astrozyten im erwachsenen Gehirn nicht vollständig ersetzt werden können. Die Studie der Co-Erstautoren Marina Herwerth und Matthias Wyss vom UZH-Institut für Pharmakologie und Toxikologie stellt diese Annahme infrage. Das Team um Bruno Weber identifizierte zudem Gene und Signalwege, die während der Reparatur vorübergehend aktiviert werden. Diese könnten künftig therapeutische Ansatzpunkte für die Wiederherstellung geschädigten Hirngewebes liefern.