Themen: Gesellschaft, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Die Floskel vom «Ende der Lebensdauer» verleiht umstrittenen Entscheiden einen Anschein von Unvermeidlichkeit, obwohl die tatsächlichen Gründe häufig offenbleiben. Marco Diener nennt Kündigungen eines Hochhauses in Bern-Bümpliz, den geplanten Abriss eines Sportzentrums in Grindelwald und die Auslagerung der Informatik in Steffisburg als Beispiele. Auch bei einer Überbauungsordnung am Eigergletscher sei die Formel verwendet worden, obwohl offenbar eine Erweiterung mit Restaurant, Läden und Erlebnisangeboten angestrebt werde. Diener unterscheidet zwischen Fällen, in denen vorsorgliche Sanierungen nötig sind, etwa bei Brücken, und bloss behaupteten Ablauffristen. Er kritisiert zudem die sprachlich unsinnige Formulierung, ein Gegenstand habe «seine Lebensdauer erreicht»: Lebensdauer sei ein Zeitraum, kein Zeitpunkt. Politisch bedeutsam sei die Redeweise bei den F/A-18 gewesen. Vor der Abstimmung über die Kampfjet-Beschaffung 2020 wurde auf eine auf 30 Jahre angesetzte Lebensdauer verwiesen; später wurde diese laut dem Beitrag verlängert.