Themen: Kultur, Umwelt, Technologie
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Benedikt Meyer zeichnet die Geschichte des Fahrradfahrens in der Schweiz als Wechselspiel technischer, sozialer, wirtschaftlicher und umweltbezogener Entwicklungen nach. Der Ausbruch des Tambora 1815 und die daraus folgende Versorgungskrise begünstigten 1817 die Entwicklung der Draisine als Alternative zur Pferdekraft. Nach technischen Fortschritten wurde das Fahrrad um 1890 breiter erschwinglich und prägte zwischen 1890 und 1910 Clubs, Sport, Mode und die Mobilität von Frauen. Bis 1952 stieg der Velobestand auf 386 Räder pro 1000 Einwohner, ehe die Motorisierung das Fahrrad stark zurückdrängte. Ab Ende der 1960er-Jahre verliehen Kritik an Verkehr, Luftverschmutzung und Wachstum sowie die Ölkrise von 1973 dem Velo neue Bedeutung. Infrastruktur, Mountainbikes, E-Bikes und neue Geschäftsmodelle verstärkten die Renaissance. Für 2025 werden rund 5,2 Millionen Velos und 1,4 Millionen E-Bikes genannt. Meyer sieht E-Bikes als wichtigste jüngere Veränderung, weil sie längere Strecken und Lastentransporte ermöglichen. Unterschiedliche Fahrzeugtypen auf Velospuren verlangten jedoch mehr Rücksichtnahme. Einfache Verbesserungen wie klare Vortrittsregeln und rote Markierungen könnten den Veloverkehr fördern.