Themen: Demokratie, Partei-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Rudolf Burgers neues Handbuch zeigt, wie sich Schweizer Proporzwahlen anhand von Wahllisten und Panaschierstimmen vertieft analysieren lassen. Der Politologe untersucht unter anderem Parteidisziplin, Parteiaffinitäten und die Popularität von Kandidierenden. Bei den Nationalratswahlen 2023 identifiziert er neun Fälle, in denen Kandidierende dank Stimmen von anderen Parteien gewählt wurden und parteiinterne Konkurrenten mit mehr eigenen Listenstimmen überholten. Beispiele sind Christine Badertscher in Bern, Vroni Thalmann-Bieri in Luzern und Nicolas Walder in Genf. Parteidisziplin definiert Burger über die Zahl abgegebener Panaschierstimmen pro erhaltene Wahlliste; in 16 Kantonen wies die SVP die höchste Disziplin auf. Die Auswertung der Stimmenflüsse zeigt schweizweit eine besonders starke Nähe zwischen SP und Grünen. Im bürgerlichen Lager bestehen vor allem Verbindungen zwischen Mitte, FDP und SVP, mit kantonalen Abweichungen. Burger relativiert zudem die Bedeutung guter Listenplätze und bietet Daten, Berechnungen und Grafiken für die bevorstehenden kantonalen und eidgenössischen Wahlen 2027.