Themen: Innen-Politik, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Manuel Corchia und Tobias Lingg, die 25- und 23-jährigen Anführer der rechtsextremen Jungen Tat, haben vor dem Bezirksgericht Zürich wie vier weitere Gruppenmitglieder jede Aussage verweigert. Ihnen werden Hassaufruf, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung sowie Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft beantragt für die beiden vorbestraften Anführer je 15 Monate Freiheitsstrafe, davon sechs Monate unbedingt. Den vier weiteren Angeklagten drohen Bussen. Die Verteidigung übernahm das Wort und berief sich in jeweils gut einstündigen Plädoyers auf die Meinungsfreiheit. Sie bestritt die Vorwürfe teils aggressiv, teils mit Spott und verlangte Freisprüche. Die Staatsanwaltschaft hielt dagegen, die Meinungsfreiheit sei kein Freipass für die eingesetzten Mittel. Wegen der zahlreichen langen Plädoyers dauerte die Verhandlung bis in den Abend. Das Gericht fällte am selben Tag kein Urteil und wird seinen Entscheid später bekannt geben.