Themen: CH-Politik, Krieg&Frieden, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Oliver Dürr, Chef der Zürcher Rheinmetall-Tochter, verlässt das Unternehmen mitten im Boom des Waffengeschäfts. Er will sich jedoch weiter für gelockerte Waffenexporte einsetzen, an Podien auftreten und für die Ansiedlung von Rüstungsindustrie in der Schweiz werben. Dürr beschreibt sich als müde und ausgelaugt, verteidigt aber Abschreckung als Voraussetzung von Sicherheit und verweist auf eine dauerhafte Nachfrage, weil Konflikte stets existierten. Zugleich sagt er, er würde lieber Velos produzieren. Kritisiert wird seine Vorstellung, Waffenproduktion sei eine notwendige organisatorische Antwort auf unvermeidliche Konflikte. Auch das von ihm hinterlassene Homeofficeverbot und sein eigener Ruf als ruppiger, lauter Chef fügen sich in dieses Bild. Der Zeitpunkt seines öffentlichen Auftretens fällt vor die Abstimmung im November über eine Lockerung des Kriegsmaterialgesetzes. Seine Forderungen werden als Beispiel dafür verstanden, wie Geschäftsinteressen Einfluss auf die Schweizer Politik und staatliche Prioritäten nehmen sollen.