Wetterleuchten : Mascha und der Oligarch Anna Jikhareva über westliches Wunschdenken Am Wochenende verschlug es mich in Zürichs Alten Botanischen Garten. In schönster Sommerkulisse lud hier ein prestigeträchtiges Literaturfestival zum «explosiven Gespräch» über die «politische Sprengkraft von Kunst». Und wer könnte für dieses von Feuilleton und Literaturbetrieb so geliebte Thema geeigneter sein als Theatermacher Milo Rau und die russische Konzeptkünstlerin Maria «Mascha» Aljochina? Rau, der zuletzt ein paar missglückte «Mit Rechten reden»-Versuche gestartet hatte, hielt sich im Gespräch angenehm zurück und überliess die Bühne Aljochina, die einst mit der Punkband Pussy Riot in Putins Reich für Furore sorgte und dafür zwei Jahre ins Straflager musste. ...