Themen: Ukraine Krieg, Geopolitik, Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur, International, Russland/Eurasien
Die russische Konzeptkünstlerin und Pussy-Riot-Aktivistin Mascha Aljochina sprach an einem Zürcher Literaturfestival über Verantwortung für Russlands Krieg gegen die Ukraine und kritisierte die westliche Gleichgültigkeit gegenüber dem seit mehr als vier Jahren dauernden Krieg. Aljochina, die wegen ihrer Aktionen gegen Putin zwei Jahre in einem Straflager sass, unterstütze das angegriffene Land und habe die Untätigkeit westlicher Staaten scharf angegriffen. Die Kolumne stellt ihren Auftritt einem umfangreichen Interview des «Economist» mit dem sanktionierten russischen Oligarchen Andrei Melnitschenko gegenüber. Melnitschenko, der früher in Zug einen Düngemittelkonzern besass und nach Moskau zurückkehrte, plädierte darin für mehr Einfluss der Wirtschaftselite auf Russlands Zukunft und warnte vor der Isolation oder dem Zerfall des Landes. Die Autorin sieht darin westliches Wunschdenken: Ein Putin-treuer Milliardär werde als möglicher Veränderer Russlands präsentiert, obwohl er sich nicht als Kriegsgegner hervorgetan habe. Sie verweist zugleich auf in Russland inhaftierte oder getötete Kritikerinnen und Kritiker.