Themen: Gesellschaft, Gleichstellung, Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Benjamin Kilchör verbindet eine theologische Kritik des Konstruktivismus mit der Debatte über Geschlechtsidentität. Ausgangspunkt ist Chris Brönimann, der 1998 eine operative Geschlechtsanpassung vollzog, 2024 die Entscheidung bereute und wieder als Mann lebt. Kilchör stellt dessen Erfahrung neben das seit 2022 geltende Schweizer Verfahren, den Geschlechtseintrag durch Erklärung beim Zivilstandsamt für 75 Franken zu ändern. Als Beispiel für dessen Grenzen führt er Pierre Moret an, der seinen amtlichen Geschlechtseintrag änderte und anschliessend aus einer Zürcher Frauenbadi verwiesen wurde. Der Autor deutet Konstruktivismus als Folge eines materialistischen Weltbilds: Wenn die Welt keine vorgegebene Bedeutung habe, könne der Mensch Identitäten beliebig konstruieren. Dem setzt er das christliche Bekenntnis zu Gott als Schöpfer entgegen. Menschen könnten Wirklichkeit mitgestalten, sollten dies aber in Harmonie mit einer vorgegebenen Schöpfung tun. Statistikangaben nennen für 2025 insgesamt 575 Änderungen von Geschlechtseinträgen in der Schweiz.