Themen: Ungleichheit, Demokratie, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Europa
Werner Vontobel wendet sich gegen die Forderung, Europa brauche mehr selbst erarbeitete Milliardenvermögen. Er anerkennt, dass Unternehmer und Konzerne wie Tesla technische Entwicklungen vorangebracht hätten, bezweifelt aber, dass grosse Digitalkonzerne das Fundament des allgemeinen Wohlstands bildeten. Vermögen entstünden seiner Ansicht nach auch aus der Arbeit anderer und aus Preisen, welche Beschäftigte und Konsumierende belasteten. Als Massstab nennt er einen Gesellschaftsvertrag: Produktivitätsgewinne müssten allen Erwerbstätigen einen angemessenen Lebensstandard ermöglichen. In Zürich reiche selbst der höchste kommunale Mindestlohn von 23.90 Franken bei überwiegend nicht vollzeitlichen Stellen, Steuern, Sozialabgaben und Betreuungskosten für eine vierköpfige Familie kaum aus. Eine immer einseitigere Verteilung des Bruttoinlandprodukts schaffe eine Kaste von Ultrareichen, die Parteien kaufen, Medien beherrschen und Regierungen mit Investitionsentscheiden unter Druck setzen könne. Dies gefährde laut Vontobel gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Spielregeln.